Wenn Angehörige durch hohes Alter, Behinderungen oder Erkrankungen dauerhaft Unterstützung benötigen, kann eine Betreuung im eigenen Zuhause eine attraktive Möglichkeit sein. Die 24-Stunden-Pflege ist eine Alternative zu typischen Pflegeheimen und ermöglicht es Pflegebedürftigen, länger im eigenen Haus wohnen zu bleiben und in den eignen vier Wänden alt zu werden. Für viele Pflegebedürftige und Angehörige ranken sich jedoch viele Mysterien um die 24-Stunden-Pflege im eigenen Zuhause. Was bedeutet „24-Stunden-Pflege“ wirklich? Welche Aufgaben übernimmt eine Betreuungskraft und welche rechtlichen Vorgaben gelten? Wir klären fünf häufige Mythen auf.

Eine 24-Stunden-Pflege arbeitet tags und nachts ohne Pausen

Der Begriff „24-Stunden-Pflege“ ist etwas irreführend. Eine Betreuungskraft arbeitet selbstverständlich nicht 24 Stunden am Stück. Auch sie benötigt Pausen, Freizeit und ausreichend Ruhezeiten. Die Betreuung wird vielmehr so organisiert, dass über den gesamten Tag Unterstützung im Haushalt und bei alltäglichen Aufgaben vorhanden ist.

Die 24-Stunden-Pflege ist also auch nachts nicht dauerhaft verfügbar. Je nach individuellem Bedarf kann eine nächtliche Unterstützung jedoch organisiert werden. Bei regelmäßigem Hilfebedarf in der Nacht sollte geprüft werden, ob zusätzliche professionelle Pflege oder eine andere Betreuungslösung notwendig ist.

Eine Pflegekraft ist nur für die grundlegende Körperpflege zuständig

Betreuungskräfte unterstützen bei der Körperpflege, helfen aber auch bei alltäglichen Tätigkeiten und im Haushalt. Dazu können beispielsweise Kochen, Einkaufen, Wäsche oder Reinigungsarbeiten gehören. Ebenso sind Begleitung bei Spaziergängen oder Unterstützung bei Terminen möglich. Auch gemeinsame Gespräche, Brettspielabende oder Ausflüge können zum Repertoire einer 24-Stunden-Pflege gehören – die mentale Unterstützung ist ebenso wichtig wie die körperliche.

Medizinische Behandlungspflege, etwa das Verabreichen bestimmter Medikamente oder das Versorgen komplexer Wunden, darf dagegen nicht automatisch von einer Betreuungskraft übernommen werden. Dafür sind entsprechend qualifizierte Pflegefachkräfte beziehungsweise medizinische Dienste zuständig.

Eine 24-Stunden-Pflege für zu Hause ist teuer

Die Kosten hängen stark vom individuellen Betreuungsbedarf, der Qualifikation der Betreuungskraft und dem jeweiligen Vermittlungs- oder Beschäftigungsmodell ab. Dadurch, dass die 24-Stunden-Pflege mit im eigenen Zuhause wohnt und Kost und Logis erhält, sind die Kosten oft günstiger als ein Platz in einem Pflegeheim, das ähnlichen Komfort bietet wie das eigene Haus oder die eigene Wohnung.

Zudem können je nach persönlicher Situation Leistungen der Pflegeversicherung genutzt werden. Pflegegeld, Verhinderungspflege oder weitere Leistungen können bei der Finanzierung eine Rolle spielen. Eine individuelle Beratung hilft dabei, die tatsächlich entstehenden Kosten und mögliche Zuschüsse einzuschätzen.

Die 24-Stunden-Pflege hat eine komplizierte Rechtslage

Bei der 24-Stunden-Pflege muss auf die Rechtslage geachtet werden, da gibt es keinen Weg drumherum. Doch das ist deutlich einfacher, als es zunächst scheint. Die wesentlichen Punkte sind die Einhaltung von Arbeitszeiten, Ruhezeiten und Beschäftigungsbedingungen. Wenn die Vermittlung der Pflegekraft über eine seriöse Agentur erfolgt, werden Sie transparent über Vertragsbedingungen und Arbeitszeiten informiert. So lassen sich rechtliche Unsicherheiten leicht vermeiden.

Für eine 24-Stunden-Pflege muss man besondere Anforderungen erfüllen

Grundsätzlich kann eine Betreuung zu Hause für unterschiedliche Situationen infrage kommen. Entscheidend ist nicht allein der Pflegegrad, vielmehr sollte die Betreuung zur individuellen Lebenssituation und zum tatsächlichen Unterstützungsbedarf passen. Eine 24-Stunden-Pflege für zu Hause ist also sowohl für Seniorinnen und Senioren als auch für jüngere Menschen, die aufgrund einer Behinderung oder Erkrankung pflegebedürftig sind, gut geeignet.

Vor Beginn sollte geklärt werden, welche Aufgaben anfallen, welche Räume zur Verfügung stehen und welche Unterstützung bereits durch Angehörige oder einen ambulanten Pflegedienst erfolgt. Auch die persönlichen Wünsche der pflegebedürftigen Person sollten berücksichtigt werden.

Sicherheit rund um die Uhr

Eine Betreuungskraft kann im Rahmen einer 24-Stunden-Pflege für den Alltag zu Hause eine wertvolle Unterstützung sein. Trotzdem kann es Situationen geben, in denen sie gerade nicht erreichbar ist, beispielsweise während ihrer Ruhezeit oder wenn sie außerhalb des Hauses unterwegs ist.

Ein Hausnotruf kann deshalb eine sinnvolle Ergänzung zur Betreuung sein. Mit dem HelpPhone lässt sich im Notfall per SOS-Taste schnell Kontakt zur Notrufzentrale herstellen. So besteht eine zusätzliche Möglichkeit, Unterstützung anzufordern, wenn die Betreuungskraft gerade nicht zur Verfügung steht. Die Kombination aus persönlicher Betreuung und einem zuverlässigen Hausnotruf kann damit zu mehr Sicherheit und Selbstständigkeit im eigenen Zuhause beitragen.