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Wenn ein Angehöriger an Demenz erkrankt, verändert sich nicht nur sein Gedächtnis. Es verändert sich die gesamte Art, wie er die Welt wahrnimmt und wie er mit anderen in Kontakt tritt. Der Umgang mit Demenzkranken stellt pflegende Familienmitglieder vor Herausforderungen, die sich mit etwas Wissen und der richtigen Haltung deutlich leichter meistern lassen. Denn auch wenn die Kommunikation bei Demenz im Verlauf der Erkrankung immer schwieriger wird, sie bleibt möglich – in jedem Stadium, in jeder Phase.
Die Kommunikation mit Demenzkranken verändert sich schleichend. Anfangs vergessen Betroffene einzelne Wörter, suchen nach Formulierungen, verlieren den Faden mitten im Satz. Später fällt es ihnen schwer, längeren Gesprächen zu folgen oder bekannte Gesichter einzuordnen. Das Kurzzeitgedächtnis lässt nach, während ältere Erinnerungen oft lebhafter bleiben als die Gegenwart. Wer das versteht, kann ruhiger und geduldiger sowie weniger korrigierend reagieren.
Kurze, klare Sätze helfen mehr als lange Erklärungen. Statt „Was möchtest du heute Mittag essen?" besser: „Möchtest du Suppe oder Nudeln?" – eine echte Wahl, aber ein überschaubares Angebot. Einfache Ja-Nein-Fragen nehmen Druck und geben das Gefühl, selbst entscheiden zu können. Sprechen Sie langsam, stellen Sie Blickkontakt auf Augenhöhe her und nennen Sie die Person beim Namen, denn das schafft Orientierung und Vertrauen.
Beim richtigen Umgang mit Demenzkranken ist auch gut zu wissen, was man besser nicht tun sollte. Widerspruch und Korrektur lösen selten das Problem, das man lösen möchte. Wenn jemand sagt, er müsse nach Hause, obwohl er zu Hause ist, dann steckt dahinter oft eine Gefühlsverwirrung, kein Faktenirrtum. Die Methode der Validation nimmt das Gefühl ernst, ohne die Aussage zu bestätigen oder zu bestreiten. Das schafft Beruhigung und hält den Kontakt aufrecht.
Mit fortschreitender Erkrankung rückt nonverbale Kommunikation mit Demenzkranken in den Mittelpunkt: Ein Lächeln, eine ruhige Hand auf dem Arm, gemeinsames Schweigen ohne Unbehagen. Körpersprache, Mimik und Gestik werden zur Brücke, wenn Wörter fehlen oder nicht mehr ankommen. Betroffene spüren sehr genau, wie etwas gesagt wird, auch wenn das Inhaltliche immer weniger greifbar ist.
Auch gemeinsame Erinnerungen können helfen. Ein Fotoalbum mit vertrauten Momenten schafft Gesprächsanlässe, die nicht auf das Gedächtnis der erkrankten Person angewiesen sind, sondern auf Emotionen, die in der Regel länger erhalten bleiben als Daten und Fakten.
Praktische Kommunikationshilfen bei Demenz können die Belastung für alle Beteiligten spürbar senken: gut lesbare Kalender und Uhren, Tagespläne an vertrauten Stellen, Hinweisschilder für Türen und Schubladen. Solche einfachen Kommunikationshilfen im Alltag mit Demenz schaffen Orientierung, ohne dass es eines Gesprächs bedarf. Und sie entlasten – weil nicht jede Unsicherheit mit Erklärungen aufgefangen werden muss.
Technische Hilfsmittel ergänzen dieses Bild sinnvoll. Ein Notrufgerät wie das Helpphone gibt pflegenden Angehörigen Sicherheit, denn der demenzkranke Mensch allein zu Hause ist und eine Notlage entsteht, ist Hilfe per Knopfdruck zuverlässig erreichbar. Gerade im Umgang mit Demenzkranken, die zunehmend Hilfe benötigen, aber ihre Selbstständigkeit schätzen, kann das ein echter Gewinn sein. Kommunikationshilfen für Demenz-Betroffene und ihre Familien müssen nicht teuer oder aufwendig sein, sie müssen nur greifbar sein, wenn man sie braucht.