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Bei dem Gedanken an einen gesunden Lebensstil im Alter, denkt man zuerst an Sport, ausgewogene Ernährung und ausreichend Schlaf. Das ist nicht falsch, aber offenbar auch nicht die ganze Wahrheit. Eine aktuelle britische Studie legt nahe, dass kulturelle Aktivitäten im Alter eine ähnlich positive Wirkung auf den Körper haben können wie regelmäßige Bewegung. Ein Befund, der einerseits überrascht und der andererseits Mut macht.
Die Forscher haben für ihre Studie die Daten von mehr als 3.500 Erwachsenen ausgewertet und dabei einen klaren Zusammenhang entdeckt. Menschen, die mindestens einmal pro Woche kulturellen Aktivitäten nachgingen, egal ob Lesen, Konzertbesuche, Theater- oder Museumsbesuche, alterten biologisch messbar langsamer. Konkret sprechen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler davon, dass kulturell Interessierte rund vier Prozent langsamer altern als Menschen, die solche Angebote kaum nutzten. Das Altern verlangsamen durch Kunst und Kultur – das klingt fast zu schön, um wahr zu sein, ist aber durch DNA-Analysen belegt.
Besonders interessant ist, dass es nicht nur darauf ankommt, wie oft man kulturelle Angebote nutzt, sondern auch auf die Vielfalt. Wer verschiedene kulturelle Aktivitäten im Alter oder auch in jungen Jahren kombiniert, profitiert stärker als jemand, der immer dasselbe tut. Heute ein Buch, nächste Woche ein Konzert, danach ein Museumsbesuch, die Hauptautorin der Studie, Professorin Daisy Fancourt, erklärt das Forschungsergebnis damit, dass jede Aktivität andere körperliche, kognitive, emotionale und soziale Bereiche anspricht. Das Gehirn und der Körper werden so auf mehreren Ebenen abwechselnd gefordert und gefördert.
Hinzu kommt, dass sich kulturelle Aktivitäten im Alter offenbar auch auf Stresshormone und Entzündungsprozesse auswirken. Weitere Studien zeigen bereits, dass regelmäßige kulturelle Teilhabe das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken kann. Das Bild, das sich hier zusammensetzt, ist eindeutig: Aktiv am kulturellen Leben teilzunehmen, tut nicht nur der Seele, sondern auch dem Körper gut und kann das Altern verlangsamen.
Das sollte gerade für Menschen ab 40 eine echte Motivation sein, denn ab dieser Altersgruppe war der positive Effekt in der Studie am stärksten ausgeprägt. Das Altern zu verlangsamen, muss also nicht bedeuten, täglich ins Fitnessstudio zu gehen. Ein abwechslungsreiches kulturelles Leben kann einen wichtigen Teil dazu beitragen.
Natürlich ersetzt Kultur weder Bewegung noch medizinische Vorsorge. Gerade wer allein lebt und kulturellen Aktivitäten im Alter nachgeht, wer also abends mal ins Theater oder in ein Konzert geht, sollte auch praktisch vorgesorgt haben. Hier kommen zum Beispiel Hausnotrufsysteme ins Spiel. Sie geben älteren Menschen die Sicherheit, im Notfall jederzeit Hilfe rufen zu können, ob zu Hause oder unterwegs. Senioren mit einem Hausnotruf wissen, dass er im Ernstfall nicht allein sind und leben entspannter, aktiver und selbstbestimmter. Und das ist die beste Voraussetzung, sowohl langsamer zu altern, als auch das Leben in vollen Zügen zu genießen – kulturell wie körperlich.