Kopfschmerzen gehören für viele Menschen leider zum Alltag – und anders als Betroffene häufig hoffen, verschwindet Migräne mit den Jahren nicht einfach von selbst. Bekanntermaßen sind vor allem jüngere Frauen betroffen, deren Zyklus die Anfälle begünstigt, doch auch im Ruhestand berichten viele Menschen von wiederkehrenden Attacken. Der Unterschied ist, dass die Symptome bei Migräne im Alter häufig schwächer ausfallen, was die Diagnose nicht einfacher macht.

Migräne: Was können die Ursachen bei Senioren sein?

Warum genau eine Migräne entsteht, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Daran konnte auch jahrzehntelange Forschung nichts ändern. Bekannt ist aber, dass im Zentrum eine übermäßige Reizbarkeit der Nervenzellen steht, ausgehend vom Gesichtsnerv, dem sogenannten Trigeminusnerv. Wird dieser aktiviert, schütten die Nervenfasern in der Hirnrinde verstärkt Botenstoffe aus, unter anderem Serotonin. Dieser Neurotransmitter, der auch als Glückshormon bezeichnet wird, hat eigentlich eine regulierende Funktion auf Herz, Muskulatur, Blutgefäße und Verdauungstrakt. Gerät er aus dem Gleichgewicht, werden die Blutgefäße im Kopf durchlässiger. Die Folge sind schmerzhafte Entzündungsprozesse. Dass viele Betroffene während eines Migräne-Anfalls im Alter auch unter Übelkeit leiden, liegt vermutlich daran, dass dieselben Botenstoffe ebenso auf den Magen-Darm-Trakt einwirken.

Erbliche Faktoren spielen bei Migräne, die im Alter auftritt, ebenfalls eine Rolle. Bei einer seltenen Form der Migräne konnten Forschende sogar bereits bestimmte Genveränderungen als Ursache identifizieren.

Migräne und ihre Ursachen – Sind Senioren gefährdeter als andere Personengruppen?

Ob es tatsächlich zu einer Attacke kommt, hängt meist von einem individuellen Zusammenspiel verschiedener Reize ab. Bei dem einen sind es unregelmäßige Mahlzeiten oder zu wenig Flüssigkeit, bei anderen kann eher Schlafmangel oder plötzlicher beruflicher Druck ursächlich sein. Auch ein Wechsel der gewohnten Tagesstruktur, etwa im Urlaub, kann manchmal schon genügen, um Kopfschmerzen zu begünstigen. Im Alter reagieren manche Menschen empfindlich auf grelles Licht, Lärm oder intensive Gerüche, was Migräne auslösen kann. Auch Ursachen wie Magnesiummangel sind bei Senioren nicht selten.

Nicht jeder Kopfschmerz im Alter ist Migräne

Kopfschmerzen müssen nicht gleich Migräne sein, je nach Ursache liegen bei den Senioren vielleicht ganz andere Beschwerden zugrunde. Auch

  • verspannte Halswirbel
  • falsche Brillenstärke
  • schwankender Blutdruck
  • Unterzuckerung
  • Diabetes
  • Schlafapnoe
  • Nebenwirkungen neu eingenommener Medikamente

kommen als Ursache infrage, ebenso wie, in selteneren Fällen, eine Erkrankung des Nervensystems oder ein Tumor.

Migräne: Warnsignal für Schlaganfall?

Noch ein anderer Punkt ist sehr wichtig: Treten Kopfschmerzen im Alter plötzlich und ungewohnt heftig auf, kann diese Migräne-Attacke unter Umständen ein Warnsignal für einen Schlaganfall sein. Kommen Warnzeichen wie ein hängender Mundwinkel, plötzliche Sprachprobleme oder eine einseitige Schwäche in Arm oder Bein hinzu, zählt jede Minute – dann muss umgehend der Notruf gewählt werden, statt abzuwarten, ob der Schmerz von selbst vergeht.

Wer im Alter ungewohnt unter Kopfschmerzen leidet, sollte deshalb den Gang zum Arzt nicht scheuen. Nur eine gründliche Untersuchung kann zeigen, ob tatsächlich die Diagnose „Migräne im Alter“ dahintersteckt oder eine andere, möglicherweise behandlungsbedürftige Ursache vorliegt.

Mit einem medizinischen Hausnotruf im Ernstfall schnell Hilfe holen

Gerade bei älteren Menschen können plötzlich auftretende starke Kopfschmerzen oder neurologische Symptome ein Grund sein, schnell medizinische Hilfe zu benötigen. Ein medizinischer Hausnotruf, zum Beispiel das HelpPhone, bietet hier zusätzliche Sicherheit im Alltag. Über den Notrufknopf lässt sich auch dann Unterstützung anfordern, wenn das Telefon gerade nicht erreichbar ist oder es schwerfällt, selbst eine Nummer zu wählen. Das kann besonders für alleinlebende Seniorinnen und Senioren wichtig sein.