Bei einem unerwartet entstandenen Pflegefall, sei es durch Schlaganfall, Unfall oder aus einem anderen Grund, beginnt die Pflege selten mit einer langen Vorbereitungszeit, sondern oft von heute auf morgen. Ein Sturz, ein Krankenhausaufenthalt oder eine plötzliche Erkrankung können dazu führen, dass Angehörige innerhalb kürzester Zeit wichtige Entscheidungen treffen müssen, wenn die erkrankte Person dies nicht mehr kann. In einer solchen Situation hilft es enorm, wenn die wichtigsten Dokumente bereits vollständig vorliegen und schnell griffbereit sind. Sie schaffen Orientierung, geben Sicherheit und verhindern, dass in einer ohnehin belastenden Situation zusätzlicher organisatorischer Druck entsteht. Deshalb gibt es für einen plötzlichen Pflegefall eine Checkliste, an die man sich in der Vorbereitung halten kann.

Vorsorgevollmacht als wichtige Grundlage

Wichtigster Punkt bei einem plötzlich eingetretenen Pflegefall ist auf dieser Checkliste die Vorsorgevollmacht. Sie legt fest, wer im Ernstfall rechtsverbindlich Entscheidungen treffen darf, wenn die betroffene Person dazu selbst nicht mehr in der Lage ist. Das beinhaltet beispielsweise Gespräche mit Ärzten, den Kontakt zu Behörden oder finanzielle Angelegenheiten. Ohne eine Vorsorgevollmacht kann es notwendig werden, dass das Betreuungsgericht eine rechtliche Betreuung einrichtet. Das kostet Zeit und kann unter Umständen bedeuten, dass nicht automatisch eine vertraute Person die Entscheidungen übernimmt.

Ebenso wichtig ist eine klare Formulierung. Aus der Vollmacht sollte eindeutig hervorgehen, für welche Bereiche sie gelten soll. Gut aufgehoben ist das Original in einem Vorsorgeordner, während eine Kopie bei einer Vertrauensperson hinterlegt werden kann. Natürlich sollten die Angehörigen, die für den Pflegefall einspringen sollen, wissen, was sie tun müssen und was vom Vollmachtgeber nicht erwünscht ist.

Betreuungsverfügung und Patientenverfügung ergänzen die Vorsorge

Nicht jede Situation lässt sich allein über eine Vorsorgevollmacht regeln. Liegt keine Vollmacht vor oder kann sie aus rechtlichen Gründen nicht genutzt werden, kommt im plötzlichen Pflegefall ein weiterer Punkt der Checkliste in Betracht: die Betreuungsverfügung. Darin wird festgelegt, welche Person das Gericht im Bedarfsfall als rechtliche Betreuung einsetzen soll. Auch dieses Dokument sollte gut auffindbar aufbewahrt werden.

Die Patientenverfügung verfolgt ein anderes Ziel. Sie hält fest, welche medizinischen Maßnahmen gewünscht oder abgelehnt werden, wenn der oder die Betroffene den eigenen Willen nicht mehr äußern kann.

Typische Regelungen betreffen beispielsweise:

  • lebensverlängernde Behandlungen
  • künstliche Ernährung
  • Schmerztherapien und palliativmedizinische Maßnahmen

Zusammen mit einer Vorsorgevollmacht gibt sie Angehörigen und Pflegekräften eine wichtige Orientierung und trägt dazu bei, den Willen der betroffenen Person im Pflegefall zu respektieren. Eine regelmäßige Überprüfung der Patientenverfügung ist sinnvoll, insbesondere wenn sich der Gesundheitszustand verändert.

Auch das Testament nicht vergessen!

Zur persönlichen Vorsorge für den plötzlich eintretenden Pflegefall gehört in der Checkliste auch ein Testament. Es sorgt dafür, dass der Nachlass nach den eigenen Vorstellungen geregelt wird und kann Angehörigen später viele Unsicherheiten ersparen. Je nach persönlicher Situation kommt ein handschriftliches oder notarielles Testament infrage. Wichtig ist vor allem, dass es sicher aufbewahrt oder amtlich hinterlegt wird, damit es im Ernstfall gefunden werden kann.

Eine vollständige Pflegemappe spart im Ernstfall wertvolle Zeit

Neben den rechtlichen und finanziellen Dokumenten sollten auch alle pflegerelevanten Unterlagen vollständig vorhanden sein. Dazu zählen beispielsweise der Pflegegradbescheid, aktuelle Arztberichte, Medikamentenpläne, Diagnosen, Verträge mit Pflegediensten sowie wichtige Kontaktdaten. Ebenso hilfreich ist ein Pflegetagebuch, das den Verlauf der Pflege dokumentiert und bei Anträgen oder Widersprüchen unterstützen kann.

Für den akuten Fall eines plötzlichen Pflegefalls empfiehlt sich für die Checkliste außerdem eine Notfallmappe. Darin sollten persönliche Daten, der Pflegegrad, falls vorhanden, wichtige Telefonnummern, aktuelle Medikamente, Diagnosen sowie Kopien der wichtigsten Vollmachten enthalten sein. Eine kleine Notfallkarte im Portemonnaie oder ein entsprechender Hinweis auf dem Smartphone kann zusätzlich darauf aufmerksam machen, wo diese Unterlagen zu finden sind.

Gut vorbereitet auf den Pflegefall: Was tun für mehr Sicherheit?

Niemand beschäftigt sich gern mit Not- und Pflegefällen. Trotzdem kann eine gute Vorbereitung später eine enorme Entlastung sein. Sind alle wichtigen Dokumente vollständig und leicht zugänglich, bleibt im Ernstfall mehr Zeit für das Wesentliche – nämlich die schnelle Organisation der Pflege. Schon ein gemeinsamer Nachmittag, an dem über einen möglichen Pflegefall gesprochen wird und darüber, was dann zu tun ist, kann einen Unterschied machen.

Ein durchdachter Vorsorgeordner und eine gut strukturierte Notfallmappe ergänzen sich ideal mit einem zuverlässigen Hausnotruf. Während wichtige Dokumente dafür sorgen, dass Angehörige und medizinisches Personal schnell handeln können, kann der HelpPhone-Hausnotruf sicherstellen, dass im Ernstfall sofort Hilfe angefordert werden kann. So entsteht ein Sicherheitsnetz, das den Pflegealltag für Betroffene und ihre Familien spürbar erleichtert.