Im Spiegel zeigen sich erste graue Haare, beim Treppensteigen kommt man schneller aus der Puste – und plötzlich stellt sich einem die Frage: Gehöre ich jetzt zu den Senioren? Bin ich jetzt alt? Diese Frage beschäftigt viele Menschen, besonders wenn sie die 60 überschritten haben. Doch eine eindeutige Antwort darauf zu finden, ist gar nicht so einfach. Denn die Frage nach dem Seniorenalter ist vor allem eines nicht: eine Frage der Lebensjahre auf dem Papier.

Verschiedene Definitionen für einen Senior – keine klare Altersgrenze

Ab wann ist man Senior? Diese Frage wird je nach Perspektive unterschiedlich beantwortet. Offiziell gehören Menschen in Deutschland mit 60 bis 65 Jahren zum höheren Lebensalter. Die UNO zieht die Grenze bereits bei 60 Jahren, während der Europarat 65 Jahre als Maßstab für Senioren ansetzt. Diese formale Altersgrenze basiert auf dem kalendarischen Alter – aber das ist nur einer von vielen Aspekten.

Die Wissenschaft unterscheidet zusätzlich zwischen verschiedenen Altersgruppen: Die 60- bis 74-Jährigen werden als „junge Alte" bezeichnet, ab 75 Jahren spricht man von Hochbetagten. Diese Einteilungen zeigen bereits, dass das Seniorenalter keine feste Größe ist, sondern ein fließender Übergang mit verschiedenen Phasen.

Biologisches gegen kalendarisches Alter

Was das Älterwerden so individuell macht, ist der Unterschied zwischen dem Alter auf dem Papier und dem tatsächlichen körperlichen Zustand. Zwei Menschen mit demselben Geburtsdatum können sich gesundheitlich völlig unterschiedlich entwickeln. Der Lebensstil spielt dabei eine entscheidende Rolle: Wer sich ausgewogen ernährt, regelmäßig bewegt und auf seinen Körper achtet, kann sein biologisches Alter positiv beeinflussen.

Faktoren wie Blutdruck, Cholesterinwerte, Gelenkbeweglichkeit und kognitive Fähigkeiten geben Aufschluss über das wahre biologische Alter. Dabei können sich kalendarisches und biologisches Alter um viele Jahre unterscheiden – eine 70-Jährige kann körperlich fitter sein als manche 55-Jährige.

Ab wann ist man Senior? Das sagen die Menschen selbst

Die spannendste Antwort auf diese Frage liefern die Betroffenen selbst. Eine aktuelle Langzeitstudie zeigt, dass sich das subjektive Empfinden, ab wann man alt ist, kontinuierlich nach hinten verschiebt. Während 65-Jährige früher meinten, mit 71 Jahren sei man alt, liegt diese Grenze heute bei etwa 75 Jahren – Tendenz steigend.

Mit zunehmendem eigenem Alter verschieben Menschen die Grenze zum Senior-Status immer weiter nach hinten. Frauen sehen sich im Durchschnitt zweieinhalb Jahre später im Seniorenalter als Männer. Die eigene Wahrnehmung scheint also eine größere Rolle zu spielen, als jede offizielle Definition eines Seniors und einer Altersgrenze.

Der Wandel der Lebenserwartung

Diese veränderte Wahrnehmung hat gute Gründe. Die Deutschen leben heute deutlich länger als frühere Generationen. Während die Lebenserwartung 1871 bei knapp 38 Jahren lag, erreichen Frauen heute im Durchschnitt 83 Jahre und Männer 78 Jahre. Mit dieser steigenden Lebenserwartung hat sich auch das Bild vom Seniorenalter grundlegend gewandelt.

Heutige Senioren sind aktiver, gesünder und selbstständiger als je zuvor. Sie reisen, treiben Sport, engagieren sich ehrenamtlich und nutzen moderne Technologien. Das klassische Bild vom gebrechlichen, zurückgezogenen älteren Menschen entspricht längst nicht mehr der Realität.

Ab wann ist man als Senior für Hausnotrufsysteme im richtigen Alter?

Unabhängig davon, wann man sich selbst dem Seniorenalter zugehörig fühlt, ist es wichtig, die eigene Lebensqualität und Sicherheit im Blick zu behalten. Moderne Hausnotrufsysteme wie HelpPhone ermöglichen es älteren Menschen, auch im hohen Alter selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden zu leben. Sie bieten die Gewissheit, im Notfall schnell Hilfe zu bekommen, ohne die persönliche Freiheit einzuschränken.

Seniorenalter ist, was man daraus macht

Die eindeutige Antwort auf die Frage „Ab wann ist man Senior?“ lautet: Es kommt darauf an.

Auf die Perspektive, auf den eigenen Körper, auf die Lebensumstände und vor allem auf das eigene Empfinden. Zum Senior sein ist die Altersgrenze keine starre Zahl, sondern ein flexibler Übergang, der von jedem Menschen individuell erlebt wird.

Was zählt, ist nicht das Geburtsjahr im Ausweis, sondern wie man sein Leben gestaltet. Wer aktiv bleibt, auf seine Gesundheit achtet und sich die nötige Unterstützung holt – sei es durch Familie, Freunde oder technische Hilfsmittel – kann das Seniorenalter zu einer erfüllten Lebensphase machen. Denn letztendlich stimmt der alte Spruch: Man ist so alt, wie man sich fühlt.